DE / EN
Finde Steuerberater in deiner Nähe
Zurück zu Steuerinfos

Soforthilfe der Bundesregierung für Freelancer und Selbstständige

Immer mehr Unternehmer geraten durch die Corona-Krise in finanzielle Not

Kategorie — COVID-19

Die Regierung versucht denjenigen, die durch die Corona-Krise wirtschaftlich stark betroffen sind, zu helfen. Das Kabinett beschloss dazu einen Nachtragshaushalt von 156 Milliarden Euro. Um die 40 Milliarden Euro sollen zugunsten von Klein- und Solo-Selbstständigen gehen. Als Maßnahmen gibt es das Kurzarbeitergeld, Liquiditätshilfen und Steuerstundung.

Die erste gute Nachricht: Steuerschulden, die fällig sind, können gestundet werden. Das bedeutet, dass ihr eure Steuerschulden erst zu einem späteren Zeitpunkt bezahlen müsst. Auch die Vorauszahlung der Einkommen- und Körperschaftsteuer kann auf Antrag an die Notlage angepasst werden. Zinsen werden auf die gestundeten Beträge nicht erhoben.

Die Anträge müssen momentan bis zum 31. Dezember abgegeben werden, d.h. die Stundung für ausstehende Steuerschulden oder die Aufhebung von Vorauszahlungen gelten für das Jahr 2020. Wollt ihr Steuererleichterungen für einen späteren Zeitpunkt, müsst ihr dies nochmal gesondert begründen.

Des Weiteren hat das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) einen 3-Stufen-Plan erstellt, um Unternehmen und Selbstständigen finanziell unter die Arme zu greifen. Momentan ist die 1. Stufe aktiv, sie umfasst bereits laufende und bestehende Unterstützungsmöglichkeiten für Unternehmen.

Unternehmen können so auf Förderungen zurückgreifen, die es schon vor der Corona-Krise gab, z.B.:

  • KfW-Unternehmerkredite oder ERP-Gründerkredite

  • Betriebsmittelfinanzierungen über Landesförderinstrumente

  • Bürgschaften für Betriebsmittelkredite für Unternehmen mit fehlenden banküblichen Sicherheiten (Bürgschaftsbanken, Landesbürgschaften oder parallele Bund-/Länderbürgschaften)

Weitere Unterstützung gibt es durch die Entgeltfortzahlung, Krankengeldbezug und das Kurzarbeitergeld. Im Fall von Quarantänemaßnahmen kann auch für nicht erkrankte Mitarbeiter eine Entgeltfortzahlung genehmigt werden. Stufe 2 und 3 sollen folgen, wenn diese Programme nicht ausreichen, und werden weitere Kredite beinhalten.

Von den versprochenen Geldern der Regierung sollen 40 Milliarden zugunsten von Klein- und Solo-Selbstständigen gehen. Rund 10 Milliarden sollen als Direkthilfe vergeben werden, der Rest als Darlehen. Zu den Empfängern zählen sehr kleine Firmen, Selbstständige, Musiker, Fotografen, Heilpraktiker oder Pfleger. Wenn jemand aus dieser Gruppe einen Liquiditätsengpass hat, kann der- oder diejenige 9.000 bis 15.000 € als Kredit erhalten. Der Kredit wird über drei Monate ausgezahlt, und soll schnell und unbürokratisch vergeben werden.

Detaillierte Informationen zur Soforthilfe erhaltet ihr hier.

Nicht nur der Bund, sondern auch die einzelnen Bundesstaaten stellen Förderprogramme auf.

So gibt Baden-Württemberg, je nach der Anzahl der Beschäftigten, Kredite in Höhe von 9.000 bis 30.000 €. Das Geld muss laut dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg nicht zurückgezahlt werden. Auch die anderen Bundesländer haben finanzielle Unterstützung in Form von Milliardenkrediten organisiert. Für mehr Informationen schaut ihr am besten auf der jeweiligen Seite des Wirtschaftsministeriums des Bundeslandes nach.

Insolvenzantragsfrist

Der schlimmste Fall: Euer Geld wurde zu knapp, und ihr müsstet eigentlich Insolvenz anmelden. Um diese Unternehmen zu schützen, arbeitet das Bundesministerium der Justiz an einer neuen Regelung. Diese soll verhindern, dass Unternehmen, die die staatliche Unterstützung zu spät erhalten, Insolvenz anmelden müssen. Die Folgen des Ausbruchs der Corona-Pandemie sollen so für euch abgefedert werden. Normalerweise gibt es eine 3-Wochen-Frist für die Anmeldung der Insolvenz, die nun wegen der Krise ausgesetzt wird. Diese Aussetzung soll erstmal bis zum 30.09.2020 gelten, eine Verlängerung wird wahrscheinlich folgen. Der insolvente Unternehmer muss allerdings nachweisen können, dass er durch die Krise Insolvenz anmelden muss und das begründete Annahmen für die Sanierung des Unternehmens bestehen.

Stand: 27.03.2020